Bio-Fleisch

Foto: Jakob Schild (1903-1982), genannt ds Leenge Kobi oder der holzig Wiiller
Wen albe z Briens d Hewwerii afaad, fahren etlich Traktooren im Doorf desumha. Kobi hed siinerziit o schon eina gghäben. Nid däwwäg en groossa. Derfir e bsundriga, was den Anhänger angeid. Eina mid enem Mischtzetter hinna dran. Är hed nen nid numme bbruucht, fir Mischt uusztuen. Heds niewwis z transportiere ggän, hed är das mid siim Mischtzetter erlediged, o we mma nid hed chenne sägen, där glänzi vellig esoo voor Suuferri. Eppa gad vil hed ma Kobin nid gsehn im Doorf. Är hed im Aarboden, im Schwäfelbrunnen, puured. D Milch vo siine Chuehlenen hed är nid abgglifred. Daa siigi es Probleemm mid der Hygieenen, hed ma hinnenumm prichted. Was isch ma daa anders fir bbliben, wa sii Mmilch de Mmaschtchalbre z verhirten? Dermid chennte mma sägen, Kobis Milch siigi vo Lliiten eerscht truuche wworden, we sa zeerscht es Chalb bbudled heigi. Siiner Chalber hed är dem Metzger gglifred, wes ischt naaha gsiin. Hiit hätti das Fleisch e speziella Namen. Eppa „Bio“, „Natura“, „Vitello Fidelio“ old suscht niewwis.
Metzgeriiji heds zun därre Ziit no es para ggän im Doorf. Eini vis-à-vis vom Hotäll Bären, Eglis uf der Gärbi, Pfäfflis am Trachtstutz und Müllers bim Lammbach uusi, uf Briensertiitsch Millers. Si hein alla zämen no sälbe gmetzged, im eigete Schlachthuus. Derzue hed no en ganzi Tschupple Lliit es Fäädli gghäben, fir ses ds Jahr dir z meschten. Umm en Briensermärt umha ischt den der Steeremmetzger chon. Äs hed Blued- Läber- und Späckwirscht ggän bis gnueg. D Hammi, Rippleni, d Späcksiiti und Wirscht hed ma ggreikt, fir sa z konserwieren. Ds Ggreikta ischt dir e Wwinter griisli gued gsiin, zum tirre Fisel, zum Suurchabis old zu Rräben. Hiit cheuffen di meischte Liit ires Fleisch ir Migros old im Coop.
Kobi hed Lifertermiin bin Eglis. Mid zween braave Mmaschtren, si siin hinna uf em Mischtzetter abbunden, fahrd är bir Metzgerii zuehi. Wie geng isch äs churz voor em Zmittag. Är weis warum. Was etz passierd, ischt wien es Rituaal. Kobi räbled umschtänddli ab em Traktoor abbha. Äs geid nid vo sälben, mid siim Holzbein, waa mma den Ubernamen „der holzig Wiiller“ ggän hed. Dernaa macht är di beide Tierleni siiferli ab siimm „Vilzwäckanhänger“ abbhazggumpen und fierd sa näbem Huus dir ds Gässli uuf i ds Schlachthuus. Dert striichled är sa no es leschts Maal und nimmd nen den Hälsig ab. Di beiden Hälsiga bindt är wien e Patroonengurt umm. „Cheuscht den gad eppis Zmittag mid is. Äs ischt baald zwelfi“, seid Egli Hans, der Metzgermeischter, zue mma. Wie geng meind Kobi i siim Wiilerdialäkt: „I hätti gwiss no z töen dihäimmen. Aber wes nid anders gäid, bliiben i natiirli gäären.“ Äs gid schliessli o chuumm eppis Bessers wa d Choscht vo Lleenin, Hanses Muetter, waa uf em aalten Holzhäärd geng no fir en ganzen Huushaalt choched.
Am zwelfi bschliesst Hanses Freuww d Ladetir. Hans und der Metzgerpurscht legen im Schlachthuus ira Wäärchziig dänna. Alli sitzen etz am lenge Chuchitisch. O Kobi, mid siine zween Hälsigen, hed si gsädled. Leeni hed ds Gmies, d Häärpfel und ds Fleisch in drii groossen Blatten aggrichted. Äs hed von allem meh wa gnueg. Kobin tuuchts aber eis leid gued. Är filld ds Täller meh wan eis. Dem Gschmäcki naa, waa zwaar us siirre Richtig, aber nid vom Gchochete chunnd, ischt allwäg ds ganz Zmittag „Bio“. Natiirli nid, wies hiitzutags gmeinds ischt.

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früher-heute
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Dieser Beitrag wird laufend ergänzt.

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