Mein herzlich geliebtes Hedy!


Oberdorf, 14. November 1933
Mein herzlich geliebtes Hedy!
Es war wohl am 18. Tag vorigen Monats, als mir das Glück lächelte, Deine liebe, nicht ungewöhnlich hübsche Gestalt mit dem mir sehr ansprechenden Gesichtchen zu bewundern. - Bitte mein Liebes, denke von mir nicht wie man dies an Frechlingen gewohnt ist, denn ich rede aus meinem innersten Herzen, meinen edelsten Gefühlen. Mein angebetenes, Liebstes, auf den Händen wollte ich Dich tragen, wenn Du Dich entschliessen könntest, meine Gattin zu werden. Meine Mittel würden hinreichen Dir einen goldenen Weg zu bereiten, keiner Deiner Wünsche sollte unerfüllt bleiben. In Samt und Seite glänzend von Brillianten, solltest Du an meiner von vielen Frauen missgönnten Seite einherwandeln. - Vor aller Welt würde ich Dich zum Aerger und Neid Deiner Missgönnerinnen abküssen!
Mit meinen 29 Jahren bin ich gewiss keine zu unterschätzende Persönlichkeit, darf Anspruch auf ein angenehmes Aeusseres machen und nicht zu unterschätzen sei mein sicher angelegtes Vermögen von 1 1/2 Millionen. Liebstes Hedy, reiche mir Deine schöne, liebe Hand zum gemeinsamen Gang durch die sehensreiche Wunderwelt, die ich Dir nach Deinen Wünschen überall erschliessen kann. - Darf ich bitten, heute Abend um 18.37 bei Deinen Eltern vorzusprechen, damit sie sich ein Bild von mir zurechtlegen möchten, im Anhang möchte ich dann um Deine Hand anhalten und so Gott will, den ersten, süssen Kuss von Deinen rosigen Lippen rauben! -
Inzwischen empfange die aufrichtigsten, freundlichsten Grüsse von Deinem Dir ganz ergebenen
Verfasser nicht entzifferbar

Eine Strasse - mitten durchs Haus
Die bewegende Lebensgeschichte von Hermine Streich-Risser. Sie berichtet über Verluste, Neuanfänge und ihr Leben an Bottenbalm am Aenderberg, und wie sich dieser Ort mit den Jahren veränderte.

Wilhelm Wyss
Vreni Wyss-Gafner erinnert sich an Wilhelm Wyss (1901-1965), den Bruder ihres Schwiegervaters Ernst Wyss-Knecht (1905-1987).

früher-heute
Brienz verändert sich. Häuser werden abgerissen. Neue werden gebaut. Mit diesem Fotobericht zeigen wir, wie es früher an den uns heute bekannten Orten ausgesehen hat.
Kurt Gusset geht anhand der historischen Archiv-Fotos durch unser Dorf und fotografiert möglichst am selben Ort dasselbe Sujet. Dabei achtet er auf kleinste Details, den Lichteinfall oder auf Objekte, Autos, Fussgänger - und drückt ab, wenn das Foto von heute am besten mit dem Foto von früher übereinstimmt.
Dieser Beitrag wird laufend ergänzt.

War es wirklich so ganz anders?

Der Waran und das Unwetter
«Das war für mich ein schöner Aufsteller!» Das schreibt uns Elisabeth Fuchs in einem Mail. Die erschütternden Nachrichten, die das Unwetter vom 12. August 2024 in Brienz mit sich brachte, die kennen wir. Daneben gibt es jedoch auch viele schöne Geschichten, solche von Zusammenhalt, Unterstützung und weitere, die erfreuen. Wie eben auch diese von Elisabeth Fuchs.

Geschichten vom Burgstollen
Beatrice Lauener ist die Enkeltochter von Gertrud Juillerat-Eggler vom Burgstollen. Sie hat uns einige Dokumente ihrer Grossmutter zukommen lassen und auch zwei Musikstücke der Kapelle Eggler, bei denen ihr Grossvaters Paul Juillerat am Klavier mitspielte. Viel Freude beim Lesen und reinhören.

Aus dem Leben von Werner Zysset
Es ist ein Nachmittag im März 2024, als Heidi Blatter und Zora Herren (Bericht) bei Mina und Werner Zysset-Leppin an den Küchentisch eingeladen werden. Werner ist vorbereitet auf unseren Besuch, auf dem Tisch liegen zwei Ordner mit Fotos und Dokumenten und auf einem Blatt hat er alle Kleinschreiner, die es 1951 in Brienz gab, aufgeschrieben. Wir zählen 29 Namen!