Wie die Planalp zu einem Restaurant kam

Anfangs des 19.ten Jahrhunderts hat sich Viktor Huggler, jüngster Sohn des bekannten Brienzerschnitzler’s Johann Huggler, entschlossen auf der Planalp ein Chalet bauen zu lassen. Er und seine junge Familie, in der auch der Vater von Viktor lebte, wohnten dann im Sommer bis zur Jagdzeit meist dort oben.
In dem Raum, wo heute das Restaurant ist, richteten sie eine «Schnitzlerbbuddigg» ein. Von dort ging’s dann ab und zu auf die Lauer, um dann, wenn die Jagdzeit kam, zu wissen, wo was zu jagen wäre.
Damals fuhr die Rothornbahn täglich viele Gäste bergauf und oft stiegen auch welche auf der Planalp aus. Spazierten über die Alp und fragten dann Viktor’s Frau, wo man da etwas zu trinken bekomme. Als das so oft vorkam, entschloss sie sich ihren Plan dem Gatten zu überbringen und der war einverstanden, dass die «Schnitzlerbbudigg» durch eine einfache Trennwand unterteilt wurde. Mutter Huggler stellte zwei Tischlein und Stühle in den kleinen Raum und war bereit für allfällige Fragen nach Trinksame. Es gab Tee, Kaffee und Milch. Backen konnte sie dort oben nicht. Wenn sie ins Dorf ging, um Gemüse zu holen, hatte sie jeweils auch gleich etwas, das gut aufbewahrt werden konnte, gebacken. So konnte sie ihren Gästen auch ab und zu etwas offerieren.
Weil dann die Nachfrage immer grösser wurde, entschlossen sich die drei Brüder, Peter, Hans und Viktor, neben dem Chalet Land zu erwerben, um dort ein Kurhaus zu bauen. Das war im Jahr 1906.
Das Kurhaus florierte und viele Gäste blieben treue «Planalper». Ins Chalet zog dann Hans mit seiner Familie ein und seine kränkelnde Frau erholte sich in dieser Sommerwohnung recht gut.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir im «Mettli» jeden Sommer «Heuerferien» machten und schon am Morgen ganze «Karawanen» Hotelgäste ins «Mettli» pilgerten um die herrliche Aussicht auf Dorf, den See und den Alpenkranz ringsum zu bewundern.
Mutti hatte unter dem Vorläubli immer eine Beige Reserve-Schindeln parat. So konnten die Gäste auf Schindeln sitzend den Schatten der riesig grossen Wettertanne geniessen, ohne «Grasflecken» zu riskieren.
Ich weiss noch gut, wie ich die Hotelgäste bedauerte, wenn sie abends in ihre Matratzenbetten unter Daunendecken schlafen mussten und nie erleben konnten, wie herrlich man im «Heunäscht» unter einer Decke, gefüllt mit frischem, herrlich duftenden Bergheu träumte.
N.B. Mein Grossvater Johann Wyss (Cäsars), hat immer erzählt, wie «uf dr Egg» in den 1870er Jahren ein junges Meitschi serviert hätte. Das hätte so wunderschöne Haut gehabt, so dass er einmal nach dem Rezept gefragt habe. Die Antwort: Am Morgen und am Abend es «Ggutschli Ganzi (Vollmilch) ids Wäschwasser» (sie wurde später meine Grossmutter).
So hat es vor dem Bestehen der Rothornbahn schon eine Gelegenheit für durstige Seelen gegeben.

Eine Strasse - mitten durchs Haus
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früher-heute
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Dieser Beitrag wird laufend ergänzt.

War es wirklich so ganz anders?

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